Wandel des Rassismus
Friedrich - Ebert - Stiftung lädt zur Rassismus Diskussion ein
Am Donnerstag, den 02.04.09, fand in der Friedrich - Ebert - Stiftung eine Veranstaltung zum Thema „Vielfalt gestalten - Rassismus bekämpfen - Integration fördern“ statt. Eingeladen waren neben dem Kölner Politwissenschaftler Prof. Dr.Christoph Butterwegge die Sozialarbeiterin Silke Baer vom Projekt „Cultures interactive e.V.“ (Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltprävention), der Regisseur Jan Gabriel sowie der Bundestagsabgeordnete und Vertreter des Arbeitskreises Rechtsextremismus der SPD - Bundestagsfraktion Sönke Rix.
Mit einem Grundsatzreferat zum Thema Rassismus erläuterte Butterwege den Begriff Ausländerfeindlichkeit. Er wies darauf hin, dass der Begriff irreführend sei, da nur solche Menschen als Ausländer angesehen werden, die als Bedrohung wahrgenommen werden. Diese Bedrohung kann sowohl ökonomischer als auch politischer Natur sein. Der biologische Rassismus, wie es ihn noch während des Nationalsozialismus gab, hat sich zu einem kulturellen Rassismus gewandelt. Bei diesem werden kulturelle Unterschiede hervorgehoben und im Vergleich zur eigenen Kultur als negativ dargestellt. Rassismus als solcher ist aber in seinen verschiedenen Ausprägungen uralt. Er beginnt schon damit, jemandem den man nicht kennt, bestimmte Eigenschaften und Vorlieben zuzuschreiben. Ziel aufklärerischer Arbeit müsse sein, Kultur als wandelbar zu vermitteln, kulturelle Differenzen zu relativieren und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und zu betonen.
Die darauf folgende praxisbezogene Darstellung des Projektes „Cultures interactive e.V.“ durch Frau Baer blieb leider nur beschreibend. Obwohl die Arbeit mit Jugendlichen wichtige Aspekte aufweist, fehlten der Darstellung weitergehende Zielvorstellungen oder Forderungen an die Politik.
Der Regisseur Gabriel wurde kurzfristig als Vertretung für die Schauspielerin Pegah Ferydoni auf das Podium gebeten und beschränkte sich auf die Beschreibung seines Dokumentarfilms zum Moscheebaukonflikt in Wertheim, der später gezeigt wurde.
Enttäuschend war allerdings der abschließende Beitrag des Bundestagsabgeordneten Rix. Hier hätte man erwartet, dass aus der Arbeit des Arbeitskreises „Rechtsextremismus“ dessen Maßnahmen aus der Vergangenheit und Pläne für die Behandlung des Thema in der Zukunft, gerade auch auf Bundesebene vorgestellt würden. Auch auf die Darstellung politischer Initiativen und geplanter Maßnahmen wartete man vergebens. Alles in allem blieb der Beitrag gesichtslos.
Die Friedrich - Ebert - Stiftung hat dankenswerterweise das Thema aufgegriffen, wer einen fundierten Vortrag zum Thema hören wollte, war gut aufgehoben, wer aber konkrete Handlungsempfehlungen oder Diskussionen erwartet hatte, hätte auch zu Hause bleiben können.




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